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Garmisch-Partenkirchen & Zugspitze

unsere Wanderroute auf die Zugspitze

In Erinnerung an die Zeit in Berchtesgaden sollte Garmisch-Partenkirchen bzw. die Zugspitze unser Urlaubsziel 2017 werden. Als Krönung kam ich auf die mehr oder minder brillante Idee, den höchsten Berg Deutschlands zu Fuß zu erklimmen!?
Nach einigen Stunden Recherche entschlossen wir uns für die 21 km lange, auch für unerfahrene Wanderer geeignete, Tour über die Partnachklam durch das Reintal. Die einzuplanende Zeit für diese Strecke ist mit 11 Stunden angegeben. Ich hielt es für besser - aufgrund unseres "schwer einzuschätzenden Durchhaltevermögens" - die Strecke in 2 Etappen aufzuteilen (so wird es auch auf diversen Webseiten empfohlen). Zur Übernachtung kam für uns nur die Reintalangerhütte in Frage. Hierdurch teilte sich die Strecke in 2 Etappen mit 15 und 6 Kilometer auf. Es stellte sich als gute Wahl heraus, da die kürzere Tour eine Überwindung von über 1000 Höhenmeter bedeutete. Die benötigte Ausrüstung wie Schuhe, Rucksack oder Wasserflaschen organisierten wir uns im Vorfeld. Hier muss ich gestehen, dass für ein solches Vorhaben gerade diese 3 Dinge äußerst wichtig sind und das Wandern ungemein angenehmer (erträglicher) machen.


Testlauf & Umgebung

Eibsee, AlpspizX & Rund um Elmau: Bild 1 von 109

Bevor unser Abenteuer startete, nutzten wir die Tage zur Erkundung von Garmisch-Partenkirchen und der Umgebung. Das erste Ziel führte uns zum Eibsee. Ein ca. 7,5km langer Wanderweg ermöglicht das Umrunden des Sees - ein guter Test für Rucksack und Schuhe. Er ist wunderschön gelegen, umrahmt von Wald und Bergen. Mit seinem glasklarem Wasser lädt er buchstäblich zum Baden ein. Aber 19° Wassertemperatur war mir dann doch ein bisschen zu kühl. An den darauffolgenden Tagen wanderten wir vom AlpspizX zum Kreuzeck und genossen die Aussicht auf dem Wank. Beide Ausflugsziele sind bequem mit der Seilbahn zu erreichen. An einem weiteren Tag wanderten wir rund um Schloss-Elmau. Hier zeigte sich wieder, wie wertvoll einen gute Ausrüstung ist (Schuhe und Rucksack).

Ganz oben

auf der Zugspitze: Bild 1 von 72

Ein Tag bevor unser Abenteuer startete, entschlossen wir uns, auf die Zugspitze zu fahren. Das Wetter war perfekt. Strahlend blauer Himmel versprach eine atemberaubende Fernsicht. (Im Nachhinein erwies sich diese Idee als absolut richtig, da wir so die phantastische Aussicht ohne Zeitdruck und Ermüdungserscheinungen genießen konnten.) Leider blieb uns die Fahrt mit der Eibsee-Seilbahn auf die Zugspitze verwehrt, da sie zu diesem Zeitpunkt komplett erneuert wurde. Nach ca. 80 Minuten fahrt mit der Zugspitzbahn erreichten wir die Bergstation. Von hier aus (Zugspitzplatt) ging es mit einer Seilbahn weiter auf die Zugspitze. Man kann diese auch zu Fuß erreichen, aber knapp 2 Stunden Fußmarsch und eine extreme Steigung brachte uns von diesem Gedanken wieder ganz schnell ab. Die Belohnung war ein unglaublicher Ausblick auf die Alpen, den Eibsee und Garmisch-Partenkirchen. Ein Moment alles andere zu vergessen und einfach nur den Ausblick zu genießen.

Tag eins

Es ist soweit! Nach dem Frühstück starteten wir gegen 8:00 Uhr mit ausreichend Wasser und Bekleidung für 2 Tage. Die Strecke hatten wir wie folgt geplant:
1. Etappe: Partnachklam - Bockhütte - Reintalgangerhütte (Wir benötigten rund 8 Stunden.)
2. Etappe: Reintalangerhütte - Knorrhütte - Zugspitzplatt (Wir benötigten rund 7,5 Stunden.)

Aufstieg Tage eins: Bild 1 von 87

Der erste Abschnitt führte uns vorbei am Olympia-Skistadion zur Partnachklamm - das erste Highlight auf dem Weg zum heutigen Ziel. Sie hinterlässt nicht nur bleiben Eindrücke in Form von Erinnerungsbildern, auch an das überraschend laute Getose des Wassers erinnere ich mich noch sehr gut. Weiter ging es auf gut ausgebauten Wegen der Beschilderung folgend in Richtung Reintalangerhütte an der Partnach entlang. Gegen Mittag erreichten wir die Bockhütte. Uns kam die Möglichkeit zur Stärkung mehr als gelegen. Nach einem kleinen Imbiss (wer möchte schon mit vollem Magen laufen) ging es bei strahlendem Sonnenschein weiter. Der Weg wurde anspruchsvoller - nicht nur schmaler sondern auch allmählich steiler. Rechts des Weges ragten Berge auf. Auf der linken Seite schlängelt sich die Partnach am Weg entlang. Nach einem unendlich lang erscheinenden Weg durch Wald und auf schroffen Felsen erreichten wir unser Tagesziel die Reintalangerhütte.

Steil, steiler, ... angekommen

Aufstieg Tage zwei: Bild 1 von 92

Ausgeschlafen (man wird ca. gegen 6:30 Uhr vom akkordeonspielenden Pächter der Hütte geweckt) und ermutigt durch ein reichhaltiges Frühstücksangebot, machten wir uns gegen 7:30 Uhr zur kurzen zweiten Tour auf. Jedoch mussten heute rund 1300 Höhenmeter überwunden werden. Was das bedeutete, wusste ich zu Beginn (noch) nicht. Der Weg verlief am Anfang ohne nennenswerte Steigung. Dies änderte sich aber schlagartig, als wir das Ende des Reintals erreichten. Von nun an ging es beständig bergauf! Obwohl der Weg so gut wie möglich mit roter Farbe markiert war, konnten wir diesen an einigen Stellen nicht von Felsen unterscheiden. (Der Weg ist leichter zu erkennen, wenn man bergab sieht.) Gegen Mittag erreichten wir die Knorrhütte. Eine perfekte Gelegenheit zum Aufwärmen und Stärken. Gegen 12:15 Uhr brachen wir zur letzten Etappe auf. Der Weg war nun nicht mehr ganz so steil, wie beim Aufstieg zur Knorrhütte. Nach überwinden einiger Schneefelder erreichten wir, unserer Kräfte beraubt, gegen 15:00 Uhr das Zugspitzplatt - unser Ziel. Wir hatten zwar die letzte Etappe (vom Zugspitzplatt zum Münchner Haus) ausgelassen. Dies schien uns aber als vernünftiger. Ob wir diese Strecke geschafft hätten - ich glaube nicht. Zusätzlich bekämen wir Zeitprobleme, da die letzte Talfahrt gegen 17:00 Uhr erfolgte und wir diese Strecke auf gar keinen Fall in 90 Minuten bewältigen würden.
Nach so einem Erlebnis stellt man sich die Frage: Würde ich diese Strapazen noch einmal auf mich nehmen? Meine Antwort ohne Zweifel lautet: Sofort! Allein schon die Erfahrung seine eigene Komfortzone zu verlassen und zu sehen was ein Mensch leisten kann, ist diese Erfahrung jederzeit wieder wert.

Link zu Webcam’s der Zugspitze, AlpspiX, Panoramaberg Wank

Erholung vom Aufstieg

Erholung vom Aufstieg: Bild 1 von 23

Bevor es wieder zurück nach Hamburg ging, gönnten wir uns einen Tag Ruhe. Daher waren war nur ein Ausflug, an den Rießersee geplant. Mit einem Umfang von knapp 1km war es die ideale Länge zum Entspannen. Später genossen wir die Sonne in der Fußgängerzone von Garmisch und “belohnten” uns mit einem Eisbecher.
Und schon ist die Urlaubszeit schon wieder vorüber.weinendes SmiliesAuch wenn es zum Teil sehr anstrengend war, verlebten wir ein paar wunderschöne Tage. Mal sehen, wo es uns in das nächste Mal hin verschlägt. Eine Idee hätten wir ja schon ...